Online Apotheken Rechtlich

Wie funktionieren Online Apotheken und wie sieht es da rechtlich aus?

Für viele Männer, die unter Erektionsstörungen leiden, ist der Prozess den sie durchlaufen müssen um ein Rezept und letztendlich das verschriebene Potenzmittel zu bekommen, ein unangenehmes Unterfangen. Vom Besuch bei einem Arzt, wo man offen über sein Problem sprechen muss um das Rezept ausgehändigt zu bekommen, bis zum Einkauf in der Apotheke mit eben diesem Rezept, kann jeder Schritt belastend sein, wenn man sich schämt.

Manche haben so große Scheu vor diesem Prozedere, dass sie sich illegale Potenzmittel bestellen. Das hat oft zur Folge, dass sie entweder wirkungslose Medikamente erhalten oder – im schlimmsten Fall – gesundheitliche Schäden davon tragen. Auch Fälschungen werden oft als rezeptfreie Version eines bekannten und legalen Potenzmittels im Internet angeboten.

Um Männern den Weg, Hilfe für ihre Potenzprobleme zu bekommen, zu erleichtern und um die Gesundheit dieser Männer zu schützen, bieten einige Online Apotheken Potenzmittel zum verkauf an und kombinieren oft ihren Service mit der Möglichkeit, bei einem Arzt Sprechstunden über’s Internet und/oder Telefon abzuhalten.

Hat man sein Rezept schon, muss die Online Apotheke sicherstellen, dass es sich um ein legales Dokument handelt und dass das Medikament auch bei der Person eintrifft, für die das Medikament ausgehändigt worden ist. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Online Apotheken verlangen, dass Kunden ihr Rezept einscannen und in Kombination mit einer virtuellen Passkopie an die Apotheke schicken.

Bestellt man sein Potenzmittel im Ausland bzw. lässt man es ins Ausland liefern, muss man die jeweiligen Gesetze der Länder beachten und befolgen. Innerhalb der EU haben EU-Bürger, bei bestimmten Krankheitsbildern (https://www.eu-patienten.de/de/behandlung_ausland/liste_nationaler_kontaktstellen_eu_ausland/nationale_kontaktstellen_eu.jsp) das Recht, medizinisch versorgt zu werden und von ihren Krankenkassen unterstützt zu werden. Bestellt man ein Medikament im EU-Ausland, muss man sichergehen, dass es zum einen im Land, in dem man es bestellt für den Verkauf zugelassen ist und dass es auch in dem Land, in welches man es Liefern lässt, legal ist.

Folgende Informationen müssen auf einem Rezept enthalten sein, dass von einem Arzt persönlich ausgestellt wurde:

  • Vor- und Nachname des Patienten
  • Geburtsdatum des Patienten
  • Ausstellungsdatum des Rezepts
  • Vor-und Nachname des Arztes samt Bezeichnung der genauen Qualifikationen und Kontaktinformationen wie E-Mail, Telefon- oder Faxnummer (immer mit der entsprechenden Ländervorwahl) und die Adresse Praxis bzw. die geschäftliche Adresse des Arztes
  • Der Name des EU-Mitgliedstaats in dem der Arzt praktiziert
  • Die Unterschrift des Arztes (digital oder handgeschrieben)
  • Falls notwendig: Beschreibung des verschriebenen Produkt nach den europäischen Richtlinien (2001/83/EC)
  • Der Name des Herstellers wird nur in Ausnahmefällen erwähnt
  • Einnahme des Medikaments (Tablette, Lösung, Menge, Dosierung, Stärke usw.)

Gibt es einen Unterschied bei Rezepten, die Online ausgestellt wurden? In der EU sind uns keine Richtlinien bekannt, die sich speziell auf Online-Rezepte beziehen. Es können aber nationale Gesetzte in den Mitgliederstaaten vorhanden sein. In Deutschland dürfen laut Abschnitt 48 Paragraph 1 Satz 2 des Arzneimittelgesetzes Apotheken allgemein keine medizinischen Produkte aushändigen, wenn offensichtlich ist, dass es keinen direkten Kontakt zwischen Arzt und Patient gegeben hat.

Ausnahmen sind nur in speziellen Fällen möglich. Z.B. wenn der Patient das selbe Medikament in Vergangenheit schon einmal verschrieben bekommen hat.

Die Lieferung eines durch eine Online-Sprechstunde verschriebenen, rezeptpflichtigen Medikaments durch eine in der EU zugelassene Apotheke ist unter folgenden Umständen möglich:

Der Versand des Medikamentes ist von und innerhalb spezieller Mitgliedstaaten erlaubt. Möglich ist der Versand in den Mitgliedstaaten: Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Niederlande, Schweden und Großbritannien. In einigen Ländern gibt es aber Einschränkungen. In Finnland beispielsweise sind Apotheken dazu verpflichtet, dass sie den Kunden vor dem Versand des Medikamentes anrufen.

Das Ministerium für Gesundheit hat hier eine Liste über Mitgliedstaaten veröffentlicht, die über vergleichbare Sicherheitsstandards verfügen, wie Deutschland. Auch in diesen Ländern ist es erlaubt Medikamente nach Deutschland zu bestellen. Zu diesen Ländern zählen Island, Niederlande (Online sowie herkömmliche Apotheken), Schweden (aber nur bei verschreibungspflichtigen Medikamenten), Tschechien (nur bei nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten) und Großbritannien. Wer daher in Deutschland wohnt kann ein verschreibungspflichtiges Medikament nur aus Island, den Niederlanden, Schweden oder Großbritannien nach Deutschland.

Es ist also empfehlenswert, wenn man sich bei Bestellungen und Rezeptausstellungen für verschreibungspflichtige Potenzmittel an Apotheken und Ärzte wendet, die von einem EU-Mitgliedstaat zugelassen bzw. dort ansässig sind und den Sicherheitsrichtlinien des Mitgliedstaates entsprechen, in dem man selbst seinen Wohnsitz hat. Für deutsche Patienten sind also Apotheken in Island, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien als Länder zugelassen, in denen man Potenzmittel legal bestellen kann.